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Ukrainer fliehen aus deutschen Trainingscamps und wollen Asyl
Zahlreiche ukrainische Soldaten werden in Deutschland trainiert. Doch einige fliehen aus den Ausbildungseinrichtungen und beantragen stattdessen Asyl.
Darum gehts
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Seit 2022 hat Deutschland rund 29'000 ukrainische Soldaten ausgebildet – doch mehrere Hundert desertierten aus den Trainingslagern.
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Die Männer beantragen in Deutschland Asyl, um der Front zu entgehen.
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In der Ukraine drohen den Deserteuren mehrjährige Haftstrafen wegen unerlaubten Entfernens von der Truppe.
Deutschland unterstützt die Ukraine bereits seit 2022 in der Ausbildung von Truppen. Bisher 29'000 Absolventen wurden so Grundlagen im Schiessen, Tarnen und Erster Hilfe beigebracht. Wie ein
Bericht der «Zeit» nun zeigt, kommt es jedoch auch immer wieder dazu, dass die ausgebildeten Soldaten nicht wie vorgesehen in die Ukraine bzw. an die Front zurückkehren.
Allein im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt sind etwa 80 Fälle von Desertion bekannt, im ganzen Land sind es mehrere Hundert Fälle. Die Männer fliehen dabei aus ihren
Ausbildungseinrichtungen und versuchen, über reguläre Asylverfahren das Bleiberecht zu erhalten. Weil sie offiziell zur Ausbildung anwesend sind, profitieren sie nicht von den vereinfachten
Aufnahmeregeln, die für ukrainische Kriegsflüchtlinge gelten.
Schutz durch langes Asylverfahren
Die Deserteure erhalten durch das Asylverfahren eine Perspektive, da die Prüfungen in diesem Fall in der Regel länger als ein Jahr dauern. Damit sie Asyl erhalten, müssen sie nachweisen, dass
ihnen bei einer Rückkehr Gefahr oder politische Verfolgung droht. Die Aussichten auf Anerkennung dürften laut «Zeit» gering sein.
In der Ukraine droht ihnen jedoch eine Verurteilung aufgrund von unerlaubtem Entfernen von der Truppe. Die Desertion kann mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden. Läuft ein
Asylverfahren, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Deutschland die Männer ausliefert.
Die «Zeit» berichtet etwa von einem Ukrainer, der direkt vom Truppenübungsplatz Altengrabow in Sachsen-Anhalt floh. Auch mit weiteren Deserteuren sprach die Zeitung. Dabei haben sie sich
aus verschiedenen Gründen für den Schritt entschieden, etwa aufgrund von schlechter Behandlung, Konflikten mit Vorgesetzten oder weil sie zu Angehörigen wollten, die in Europa leben.