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Brauer und Brenner          Der Ausschank von Alkohol musste von der Gutsherrschaft genehmigt werden.  Wer Alkohol konsumieren wollte, war gezwungen eine Schenke oder Mühle aufzusuchen oder direkt bei der Gutsherrschaft um Bier und Branntwein zu bitten. 1865 musste Julius Eduard von Poncet als Gutsbesitzer von Wolfshain und Landrat des Kreises Spremberg dein Alkoholkonsum eines seiner Untertanen Einhalt gebieten. In einer Spremberger Zeitung veröffentlichte er folgenden Text: ..Der Kossäth Bannischa zu Wolfshain ist polizeilich als Trunkenbold erklärt worden. Jeder Schankwirth, welcher hiernach demselben noch ferner Branntwein verabreicht, oder demselben auch nur den Aufenhalt in der Gaststube verstattet, [..] verliert [..] die Gewerbe-Concession. Das Braurecht war auf dem Land in der  Regel an die Gutsherrschaft gebunden, und die Schankwirtschaften ihrerseits verpflichtet, Bier und Brandwein von der eigenen Gutsherrschaft zu beziehen. Zwar erhielt Georg Michael Helbig bei der Gründung der Glashütte Friedrichshain vom Kurfürsten August Friedrich III auch  das Recht Branntwein zu brennen und Bier brauen zu lassen, der Verzehr war allerdings nur Personen gestaltet, die im Zusammenhang mit der Glashütte standen, also Arbeitern, Glashändlern, Holzlieferanten usw. In den Kirchenbüchern fehlt jedoch jeder Hinweis auf Brauer und Brenner in Friedrichshain. obwohl Friedrichshianer Schenker zahlreich genannt werden. So ist anzunehmen, dass Helbig als Besitzer von Friedrichshain und Wolfshain nur in Wolfshain einen Brauer und Brenner beschäftigte, der beide Orte mit alkoholischen Getränken versorgte. 1771 war Johann Christoph Eichler der erste Gastwirt auf der Glashütte Friedrichshain. Im selben Jahr erscheint mit Samuel Grunau auch erstmals ein herrschaftlicher „Mältzer und Brauer in Wolfeshayn", dem 1783 Christian Gottfried Stoizke als ..Brauer und Brandtwein-Brenner bey der Herrschaft in Wolfshayn" folgte. Ab 1787 ist ein gewisser Johann Christoph Adam Brauer und Brenner in Wolfshain, 1817 ist Johann Wenzel Brauer und Brenner und 1823 ist Friedrich Abraham Brauer in Wolfshain. In den Jahren 1825-1830 wird ein Meister Franz Hasenfelder, herrschaftlicher Brauer in Wolfshain, genannt. In den folgenden Jahren scheint es mehr als nur einen Brauer gegehen zu haben: 1833 bis 1838 erscheint Gustav Hartmann, ab 1835 bis 1847 der „Pachtbrauer" Gustav Rothe und seine Frau Eleonore Rothe Zeitgleich erscheint 1844 Johann Carl Malke, ebenfalls Brauer in Wolfshain. Noch 1874 betrieb August Walther eine Brauerei ..ohne technische Hilfsmittel" . 1836 bestellte der Friedrichshainer Glasfabrikant Vincenz Hirsch eine halbe Tonne Bier bei der Gutsbrauerei in Gosda bei Spremberg, vielleicht gab es Probleme bei der Herstellung oder die Qualität des Wolfshainer Bieres war zu gering, daß die Friederishainer fremdes Bier orderten.
Geschichte aus der Lausitz. Aus dem Jahr 2024! Adamsschenke, Auf der Handelsstraße mit "Markus Robisch auf Spurensuche" Der Ausschank von Alkohol musste von der Gutsherrschaft genehmigt werden.