Die Organisierung der Führung und Verbindung
Bei der Eröffnung des Angriffs waren alle Planungsdokumente ausgearbeitet und den Truppen rechtzeitig zugestellt worden. Besondere Aufmerksamkeit
wurde darauf gerichtet, daß der Durchbruch gedeckt vorbereitet und die Überraschung des Angriffs gewährleistet waren. Daher wurde die Ausarbeitung
der Gefechtsdokumente nur einem begrenzten Mitarbeiterkreis übertragen. Die gesamte Dokumentation wurde in einfacher Ausfertigung mit Bleistift
erarbeitet. Alle Fragen des Zusammenwirkens wurden nur durch persönliche .Zusammenarbeit der betreffenden Kommandeure und Vorgesetzten gelöst.
Schriftverkehr, Fern- und Funksprüche über die Vorbereitung des Angriffs waren grundsätzlich verboten.
Um die Truppenführung zu erleichtern, wurde in kurzer Zeit ein Netz von B-Stellen und Gefechtsständen mit einem entwickelten Nachrichtensystem
eingerichtet. Zur Führung des Gefechts befanden sich die Kommandeure der Regimenter, der Divisionen sowie der Korpskommandeur auf ihren B-Stellen.
Mit dem Korpskommandeur befand sich auf seiner B-Stelle die operative Gruppe des Stabes, der Chef des Stabes, der Stellvertreter des Leiters der
Operativabteilung, der Leiter der Aufklärungsabteilung und, sein Gehilfe, der Chef Nachrichten, ( der Chef Panzer und Kfz.-Wesen, der Chef Pionierwesen
des Korps, der Leiter der Chemischen Dienste und eine Gruppe von Nachrichtenoffizieren). In den Divisionen und Regimentern wurde je eine
entsprechende operative Gruppe gebildet.
In der Ausgangsstellung wurde zwischen den Gefechtsständen und B-Stellen eine Fernsprechverbindung hergestellt. Mit den unterstellten Verbänden und
den Nachbarn wurde eine Funkverbindung hergestellt, die in der Ausgangslage aus Geheimhaltungsgründen nicht benutzt werden durfte.
Entsprechend dem Plan der Nachrichtenverbindungen des Korps waren im Verlauf der Kampfhandlungen Funk- und bewegliche Mittel das
Hauptnachrichtenmittel, was eine zuverlässige und feste Truppenführung gewährleistete.
Die materielle Sicherstellung
Bei Angriffsbeginn waren die Verbände des Korps ausreichend mit Munition versorgt worden. Die Verpflegungsreserve in den Schützendivisionen
betrug 10 bis 18 Tagessätze und die Treib- und Schmierstoff- (T/S) Reserve 2,7 bis 3,2 Füllungen. Die weitere Ergänzung mit Munition und T/S
erfolgte durch Transportmittel der Armee. Die Verpflegung und Futtermittel wurden während des Gefechtsverlaufs aus örtlichen Aufkommen
aufgefüllt.
Die rückwärtigen Einheiten und Einrichtungen der Schützendivisionen waren 6 bis 8 km von der HKL entfernt.
Die politische Vorbereitung
Die Hauptaufgabe der politischen Arbeit bestand darin, den Armeeangehörigen jenen Angriffsschwung anzuerziehen, den die Lösung der historischen Aufgabe
in der letzten Etappe des Großen Vaterländischen Krieges erforderte. Die Politorgane, Partei- und Komsomolorganisationen erläuterten den
Armeeangehörigen, daß der Sieg über die faschistischen Eindringlinge nahe sei und die Aufgabe darin bestünde, die faschistische Bestie in ihrer eigenen
Höhle zu vernichten. Dabei wurde betont, daß sich der zum Untergang verurteilte Feind vor der harten Strafe fürchte und somit verzweifelten Widerstand
leisten würde. Daher müsse berücksichtigt werden, daß, je näher der Sieg sei, desto höhere Wachsamkeit geübt und dem Feind desto stärkere Schläge erteilt
werden müßten.
Während der Vorbereitung zum Angriff wurde der Festigung der Partei und Komsomolorganisationen der Kompanien besonderes Augenmerk gewidmet, indem
eine Aufteilung der Kommunisten und Komsomolzen vorgenommen wurde. Durch diese Arbeit bestand in jeder Schützenkompanie eine Parteigruppe von 6 bis
10 Kommunisten.
Um die Kommunisten und Komsomolzen besser auf die Kämpfe vorzubereiten, fanden in den Truppenteilen Partei- und Komsomolaktivberatungen und in den
Einheiten .Versammlungen statt, in denen Fragen der Sicherung der führenden Rolle der Kommunisten und Komsomolzen in den bevorstehenden Kämpfen
auf der Tagesordnung standen.
Eine umfangreiche Agitationsarbeit wurde mit den Angehörigen der Truppenteile und Einheiten durchgeführt. Dazu wurden insbesondere die Presse, die
Nachrichten des Sowjetischen Informationsbüros und Aufrufe der Militärräte der Front und Armeen ausgenutzt.
Um die militärische Geheimhaltung zu wahren, wurde mit den Angehörigen der Stäbe und der Nachrichteneinheiten eine umfangreiche Arbeit geleistet. An den
Fernsprechgeräten waren Aufschriften angebracht, wie z. B.: "Sprich nicht über geheime Dinge!" "Vorsicht, Feind hört mit!" Die Maßnahmen zur Einhaltung der
Wachsamkeit zeitigten positive Ergebnisse.
Vor Beginn des Gefechts wurden in den Schützenbataillonen und Sondereinheiten Meetings durchgeführt, auf denen Offiziere, Sergeanten und Soldaten die
allgemeine Bereitschaft zum Ausdruck brachten, alle Kräfte einzusetzen, um die völlige Vernichtung der deutsch-faschistischen Armee herbeizuführen.
Durch die umfangreiche politische Arbeit, die von den Partei- und Komsomolorganisationen geleistet wurde, waren die Armeeangehörigen von einem großen
Verantwortungsbewußtsein gegenüber ihrer Aufgabe durchdrungen.
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